Jahresbericht des Präsidenten 2018

Januar

Nach dem gelungenen Jahreswechsel hat der Vorstand mit der Planung des neuen Jahres begonnen. Die guten oder neuen Vorsätze für das Jahr 2018 sind bereits am Laufen.
Am 24. Januar 2018 fand die Delegiertenversammlung der Präsidenten der städtischen Familiengärtner-Vereine in der Schützenstube Weiherweid in St. Georgen statt. Unser Verein wurde durch Richard Baumgartner, Stefan Schöb und Ivo Kobler vertreten. Die Präsidentin des Zentralverbandes Gisela Bertoldo begrüsste die Delegierten der 14 Vereine. Die Stadtverwaltung hat angekündigt, dass der Pachtvertrag zwischen der Stadt und dem Zentralverband (ZV) aufgrund des neuen Familiengarten-Konzeptes erneuert bzw. angepasst werden soll. Das wird zur Folge haben, dass auch die Pachtverträge zwischen ZV und den einzelnen Vereinen angepasst werden müssen. Bei dieser Gelegenheit drängt sich auf, dass auch die Statuten, die Garten- und die Bauordnung überarbeitet werden müssen, Der ZV wird diese wichtige, grosse Arbeit starten, sobald der neue Vertrag zwischen der Stadt und dem ZV vorliegt bzw. in Kraft getreten ist. Damit diese neuen Dokumente auch in rechtlicher Hinsicht in Ordnung sind, muss der ZV in einem bestimmten Rahmen auf die Mitarbeit eines Juristen zurückgreifen.
Am 8. Dezember 2017 wurde den Vertretern des ZV das neue Familiengartenkonzept der Stadt St. Gallen übergeben. Das Dokument kann über das Internet begutachtet werden, eine Zusammenfassung ist im Anhang angelegt. Neu in diesem Konzept steht, dass wir keine auswärtigen Pächter/-innen haben dürfen, auch soll die Öffnung der Familiengärten gewährleistet werden. Was das genau heisst, bleibt aber noch offen. Wir Gärtner befürchten, dass bei einer vollständigen Öffnung Diebstähle und Vandalismus zunehmen werden. Die Sitzung endet um 21:20 Uhr.
Auch in diesem Jahr wurden die Einladungen zur Hauptversammlung von Paul und Berti Flammer an unsere Mitglieder verteilt. Für diesen „Postdienst“ bedanken wir uns recht herzlich bei Paul und Berti Flammer.

Februar

Im Februar war es ausserordentlich ruhig auf dem Areal. Während der Winter die Natur noch fest im Griff hatte, waren Einzelne schon mit dem Planen der neuen Gartensaison beschäftigt. So konnten Sträucher und Beeren einem ersten Schnitt unterzogen werden. Andere wiederum waren noch mit Schneeschaufeln beschäftigt. Dieser Winter war gekennzeichnet mit kalten Temperaturen.
Am 24. Februar durften wir bei kalten und winterlichen Temperaturen unsere 51.Hauptversammlung durchführen. Wir konnten im gewohnten Rahmen im Restaurant Gallusmarkt eine sehr gute Küche, einen zuvorkommenden Wirt, eine gute Atmosphäre und eine herzliche Gastfreundschaft erfahren. Auch unser Gast vom Zentralvorstand (Urs Hertler mit Gattin) durften wir an diesem Anlass begrüssen. Die Traktanden wurden von der Versammlung schnell abgearbeitet. Der Vorstand hat sich für ein weiteres Jahr der Wiederwahl gestellt, er wurde durch die Versammlung unter Akklamation wiedergewählt. Der Kassabericht wurde trotz Verlust (die Sanierung des Toilettenhauses hat mehr gekostet) genehmigt, und dem Antrag der Revisoren um Decharge Erteilung des gesamten Vorstandes entsprochen. Die Versammlung wurde um 21:30 Uhr geschlossen. Der Weg zum Dessertbuffet war frei. Es konnten noch viele Zopf- und Brotsorten mitgenommen werden, die von Coop offeriert wurden. Herzlichen Dank.

März

Im März konnten wir nach ein paar schönen und milden Tagen das Wasser für unsere Toiletten einschalten, damit der Betrieb dieser Anlage gewährleistet ist. Einzelne Gärtner auf unserem Areal waren bereits im Einsatz, ihre Parzellen für die neue Gartensaison vorzubereiten. Während die einen die vom Sturm beschädigten Bauten wieder in Ordnung brachten, räumten Andere die vom Wind herumgewehten Sachen weg. Tip für die Pflanzen: Pflanzen die überwintern, brauchen auch während den frostigen Temperaturen Wasser, es genügt allerdings, sie alle zwei Wochen zu giessen. Einzelne Gärtner waren mit Aufzucht neuer Pflanzen beschäftigt, die sie im Treibhaus heranzogen.

April

Wie Meteo News mitteilte, war der April 2018 schweizweit deutlich zu warm. Damit erreichte er vielerorts den Status des zweitwärmsten Aprils seit Messbeginn. Auch in der Ostschweiz, geht dieser Monat als wärmster April in die Geschichtsbücher ein. Die Temperaturen des Monats April bewegten sich hier auf einem sonst für Mai üblichen Niveau. Somit konnten wir das Wasser auf dem ganzen Areal wieder aufdrehen. Unsere Pächter haben mit vollem Elan die Gärten für die neue Gartensaison hergerichtet. Für den Kompost ist jetzt auch der richtige Zeitpunkt, die frische Erde im Garten zu verteilen. An Stellen, an denen keine mehrjährigen Pflanzen wiederkommen, konnte mit umgraben, Jäten, Pflanzenresten entfernen und mit dem Vorbereiten der Beete begonnen werden.

Mai

Gegen Anfang des Monats Mai war es dann wieder soweit. Die Bäume sprossen, die Blumen in den Gärten präsentierten sich in vollster Farbenpracht. Rasenmäher dröhnten und unsere Pächter waren wieder fleissig am Bepflanzen. Doris Mätzener hatte mit viel Aufwand und Liebe im Eingangsbereich unsere Blumen geschmückt und diese über das ganze Jahr gepflegt. Besten Dank an Doris. Doch nicht nur Mulch und Moos, sondern auch Unkraut konnte jetzt wieder entfernt werden.

Am 16.Mai 2018 hat uns Gregor Kessler-Tanner für immer verlassen.
Wir weinen, weil du nicht mehr da bist, dein Humor und deine Geschichten werden uns fehlen.

Juni

Am 16. Juni führten wir unser traditionelles Gartenfest durch. So konnten wir bei schönstem Wetter und warmen Temperaturen ab 16:00 Uhr unsere ersten Gäste begrüßen. Die fleissigen Helfer/innen, die an diesem Anlass für das leibliche Wohl gesorgt hatten, wurden bis spät in die Nacht stark beansprucht. Wir durften die zahlreichen Gäste mit feinen Grillspezialitäten und einem reichhaltigen Speiseangebot verwöhnen. Der Vorstand ist stolz, dass so viele Besucher an unserem Gartenfest teilgenommen haben. Ein herzliches Dankeschön an alle, die für diesen grossartigen Anlass den Weg auf unser Areal gefunden haben. Ein herzliches Dankeschön an alle, die für den Verkauf ein selbstgemachtes Dessert offeriert hatten. Ausgezeichnet war die Stimmung unter unseren Gästen, so dass bis in die späten Abendstunden die Gemütlichkeit und die zwischenmenschlichen Beziehungen gepflegt werden konnten. Ein kleines Wort – Danke! –
Richard Baumgartner hat auch die Organisation der Hüpfburg und deren Betrieb sichergestellt. Vielen Dank Richi.

Juli

Kaum hatte der Sommer mit seinen warmen Temperaturen Einzug gehalten, standen auch schon wieder die Sommerferien vor der Tür. Endlich Sommer!!! Vom 7. Juli bis 12. August sind die meisten Vereinsmitglieder in den wohlverdienten Sommerferien. Der Sommer war ausgesprochen regenarm. So fühlte man sich in den Sommermonaten an den Jahrhundertsommer 2013 erinnert. Die Früchte an den Bäumen und Sträuchern reiften mit den hohen Temperaturen aussergewöhnlich schnell.
Die Früchte waren im Durchschnitt 18 Tage früher reif als sonst. Allerdings führte der Trockenstress auch dazu, dass die Blätter vieler Bäume sich schon frühzeitig verfärbten oder vom Baum fielen. Für alle Sommerfans war es ein Monat wie aus dem Bilderbuch: beständig, warm, sonnig und trocken. Am Ende war es der fünftwärmste und zweitsonnigste Juli seit Messbeginn. Die Dürre bereitete jedoch große Probleme.
Fazit für unsere Vereinsmitglieder; es muss das Regenwasser mittels Wasserfässer von den Garten- und Treibhäusern gesammelt werden.
Am 30.Juli 2018 wurde im Kanton St.Gallen ein absolutes Feuer- und Feuerwerks-verbot ausgerufen. Der Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartementes hat das Verbot auf Antrag des Kantonalen Führungsstabes verschärft. So wurde es im ganzen Kantonsgebiet verboten, Feuer im Freien zu entfachen und Feuerwerk zu zünden. Dazu zählen auch Holzkohlegrills und das Wegwerfen von brennenden Zigarettenstummeln und Streichhölzern. Der Vorstand hat dieses Verbot in der Vereinsvitrine ausgehängt, leider wurde es von einigen Mitgliedern nicht gelesen, oder ignoriert!

August

Ein heftiges Gewitter, mit Blitz, Donner und Hagel hat am 1. August auf unserem Areal zu diversen Schäden an Pflanzen und Bauten geführt. Einige Gärtner waren am Tag nach dem heftigen Unwetter mit dem Aufräumen beschäftigt. Die Sommerferien endeten am 12. August und siehe da, das warme und sonnige Wetter hielt an. Unsere Mitglieder kamen gut erholt und mit frischen Kräften aus dem Urlaub zurück. So konnte auch wieder viel Zeit im Garten verbracht werden. Die Gärten wurden nach den langen Sommerferien von unseren Pächtern bewirtschaftet, gepflegt und von Wild- und Unkräutern gesäubert. Nun konnte die Ernte eingebracht werden. Auch in diesem Jahr war es ein schöner Anblick, wie in den Parzellen das Gemüse, die Früchte und die Blumen gediehen.

September

Solch warme Tage im September sind eigentlich eine Seltenheit, deshalb konnten auch nochmals viele schöne Stunden im Garten verbracht werden. Endlich war es soweit. Am 5. September wurde die Aufhebung des kantonalen Feuer- und Feuerwerksverbot im Wald und in Waldesnähe aufgehoben. Für einmal waren die Regenfälle am Wochenende über das ganze Kantonsgebiet viel heftiger ausgefallen, als dies aufgrund der Prognosen eine Woche zuvor abgeschätzt wurde. Somit konnten die Holzkohlen und Gasgrills nach fast 2 Monaten wieder in Betrieb genommen werden. Bei einem kühlen Getränk beim Vereinshaus, wurden die zwischenmenschlichen Beziehungen unter den Vereinsmitgliedern gepflegt.

Oktober

Der Herbst war nicht weit entfernt, hat er unser Areal mit seinem Nebel schon umschlungen. Mit dem Herbst kam die OLMA, mit der OLMA das Stroh, welches in diesem Jahr sehr gefragt war. Der Bezug durch unsere Pächter war wie jedes Jahr gut gemeistert worden. Auf die Lieferung von Kuhmist wurde verzichtet, da in den vergangenen Jahren die Nachfrage zurückging. Stefan Schöb hat für die Vereinsmitglieder Pferdemist organisiert und Richard Baumgartner transportierte ihn auf den Platz. Die Nachfrage war ausserordentlich gross, so dass der Mist innert Stunden bezogen wurde. Wir werden auch für das Jahr 2019 wieder Pferdemist organisieren, dies werden wir in unserer Vereinsvitrine publizieren. Im Sommer haben Gartenmöbel ihren festen Platz auf der Terrasse, doch bei einer Unwetterwarnung ist Vorsicht geboten. Denn Gartenmöbel leichte Stühle, Tische, leichte Treibhäuser aus Aluminium können sich während eines Sturms in gefährliche Geschosse verwandeln und Pflanzen oder Garteneinrichtungen beschädigen. Kündigt sich am Horizont ein Unwetter an, solltet Ihr die leichteren Gartenmöbel an einem Ort unterbringen, der sicher ist.
Am Samstag 27. Oktober durften wir unsere Metzgete organisieren. Bei herbstlichen Temperaturen durften wir wieder viele Mitglieder und Freunde aus der Nachbarschaft begrüssen. Voll war unser Vereinshaus, auch der beheizte Anbau war bis auf den letzten Platz besetzt. Unsere Speisekarte war reichhaltig, so dass jeder Gast ein passendes Gericht aussuchen konnte. Ein grosses Dankeschön all jene die an diesem Anlass teilnahmen. Dankeschön auch an unsere freiwilligen Helfer/innen die zum guten Gelingen beigetragen haben.

November

Weil die Temperaturen auf 0 Grad sanken, war es Zeit das Wasser abzuschalten und die Anlage komplett zu entlüften. Damit verbunden war auch die Schliessung unserer Toiletten. Der Vorstand bedankt sich, dass wir immer wieder Mitglieder fanden die unsere Toiletten reinigen, und auch den Betrieb ordnungsgemäss aufrechterhalten. Der Winter stand vor der Tür und unsere Pflanzen mussten nun zurückgeschnitten und die Gärten winterfest gemacht werden. Es kommt öfters vor, dass Personen (es müssen keine Gärtner sein!) Gartenabfälle (Sträucher, Wurzelstöcke oder gar Blumenerde etc.) im Wald entsorgen. Um Missverständnisse zu vermeiden, sind Gartenabfälle zu kompostieren oder der Kehricht- Grünabfuhr zuzuweisen. Grosse Äpfel-, Zwetschgen-, Kirsch-, Birnenbäume sind im Winter auf das zulässige Mass zurückzuschneiden.

Auszug aus der Gartenordnung:

– für Obst-Spalierbäume bis 100 cm
– für kleinkronige Obstbäume 200 cm, jedoch darf die Stammhöhe 120 cm nicht über-
schreiten, zulässig bis zu einer Höhe von maximal 300 cm
– für Ziersträucher und Hecken zu einer maximalen Höhe von 180 cm

Die Gärten sollten bis Ende November winterbereit sein, d.h. es ist Ordnung zu halten.
Die blauen Wasserfässer vom Verein sollten gereinigt, umgedreht und an den Wasserhahn mit einer Schnur befestigt werden. Da wir die Wasserleitungen über den Winter ausser Betrieb nehmen und entlüften.Im Namen des Vorstandes möchten wir allen Helfern, welch in Regiearbeit zum guten Gelingen des Vereinsjahres beigetragen haben, recht herzlich danken. Für den Vorstand ist es schön und dankbar zu sehen, wie unsere Mitglieder sich für unseren Verein engagieren, sei dies in Form von Arbeitskraft oder als Teilnehmer an Anlässen.

Dezember

Auch im Winter sollte man sich um seinen Garten kümmern und es sollte kontrolliert werden ob alles in Ordnung ist. Wir hoffen, dass sich nicht wie in anderen Arealen unerwünschter Besuch in den Gartenhäuschen breitmacht. Ziel ist, dass sich keine fremden Leute auf dem Areal befinden und dass die Türen und Fenster bei den Gartenhäuschen geschlossen sind.
Einmal mehr möchte ich mich bei euch und dem gesamten Vorstand für die gute und angenehme Zusammenarbeit und das Vertrauen, welches ihr mir während des Jahres entgegengebracht habt, bedanken und freue mich auf ein weiteres erfolgreiches Jahr.

Schlusswort

Wir suchen ab dem Vereinsjahr 2020 motivierte Vorstand Mitglieder (Präsident- Kassier- und Stübliwirt) etc. Wir sind der Meinung, dass es Zeit ist für einen frischen Wind im Gremium. Deshalb werden wir unsere Plätze im Vorstand auf das Amtsjahr 2020 freigeben.
Als Vorstandsmitglied steuerst du in einem Team die strategische Ausrichtung des Familiengarten-Vereins Kesselhalden. Du wirst die Weiterentwicklung des Vereins und die Anliegen der Mitglieder unterstützen. Du bist bereit, dich ehrenamtlich für unseren Verein zu engagieren und bringst dein persönliches Know-how in den Vorstand mit ein.
Fühlst Du dich angesprochen? Wende dich bitte an ein Vorstandsmitglied des FGV Kesselhalden, für weitere Auskünfte stehen wir Dir jederzeit zur Verfügung.

Mutationen

Alt:ParzelleNeu:
Muharemi MejzinParzelle 95Scheffold Rosmarie
Stoffel PatrickParzelle 88Stoffel Antje
Thamm LeaParzelle 7Gusset Marcel
Bühler FerdinandParzelle 14/15Kessler Gregor
Schellenberg RomanParzelle 97Bühler Ferdinand
Zulji SamirParzelle 73/74Kalabic Enver
Bekteshi EranParzelle 66/67Oberholzer Rolf
Palislamovic AdnanParzelle 46/47Gunjevic Savo
Mevludin AdemiParzelle 93/94Steck David

Wir wünschen den neuen Mitgliedern viel Spaß beim neugewonnenen Hobby!
Wichtige Informationen zu unserem Verein, Bilder, Links, Ereignisse, Termine, Veranstaltungen, Berichte, Neuigkeiten etc. findet Ihr immer aktuell auf unserer
Vereins – Homepage!
www.kesselhalden.ch

Zukunft des Familiengärtnerns in der Stadt St.Gallen

Das neue Familiengartenkonzept 2017 zeigt auf, wie es um den Bestand und die Zukunft der Familiengärten in der Stadt St.Gallen bestellt ist. Eine vertiefte Betrachtung der Situation der Familiengärten fand vor mehr als zehn Jahren statt. Seit dieser Zeit hat sich einiges verändert. Eine neue Bestandsaufnahme und Betrachtung der Situation wurden notwendig. Das vorliegende Familiengartenkonzept wurde in Rücksprache mit Vertretern und Vertreterinnen des Zentralverbandes der Familiengärtner-Vereine St.Gallen und städtischen Stellen erarbeitet.

Familiengärten gehören seit rund 100 Jahren zum Stadtbild von St.Gallen. Familiengärten bieten Platz für Integration, sind Sozialraum und dienen als Grün- und Erholungszone. Dabei ist der Anbau des eigenen Gemüses und Obstes bis heute von zentraler Bedeutung. Dennoch stehen die Familiengartenareale zunehmend unter Druck. Sie stehen in Konkurrenz zu den Ansprüchen einer Stadtentwicklung, die vermehrt die inneren Reserven baulich nutzt.
Grundbestand anstreben
Rund drei Viertel der heutigen 1‘457 Gartenparzellen in St.Gallen befinden sich innerhalb einer im Zonenplan definierten Grünzone. Die übrigen Gartenparzellen befinden sich innerhalb einer Bauzone. In diesen Arealen findet ein «Gärtnern auf Zeit» statt, zumindest solange, bis die baulichen Optionen eingelöst werden.
Das Familiengartenkonzept zeigt auf, wie mit dem zu erwartenden Rückgang an Gartenparzellen umgegangen, beziehungsweise wie dieser Rückgang kompensiert werden kann. Mit Blick auf die zu erwartende Entwicklung der Stadt wird ein Grundbestand von 1‘100 Gartenparzellen angestrebt. Dieser Grundbestand entspricht in etwa der aktuellen Anzahl an Pächterinnen und Pächtern, deren Anzahl seit gut zehn Jahren relativ konstant ist. Zusammen mit den «Gärten auf Zeit», aber auch mit der Option, im Rahmen von Bauprojekten neue Familiengärten in eine Umgebungsgestaltung zu integrieren, soll zukünftig dem Bedarf an Familiengärten Rechnung getragen werden.
Nebst der zentralen Frage des nachhaltigen Erhalts der Familiengärten in der Stadt St.Gallen greift das aktuelle Konzept auch Fragen zur Art der Gartennutzung auf und setzt sich mit Themen rund um die Förderung der Biodiversität auseinander. Die Familiengärtnerinnen und -gärtner sind bereit, sich den neuen Herausforderungen zu stellen. So sind in der jüngsten Resolution des Schweizer Familiengärtner-Verbandes klare Beschlüsse zur Förderung der Biodiversität aufgeführt. Auf die lokale Ebene heruntergebrochen bedeutet dies, dass für die bestehenden Reglemente und Verträge Anpassungen notwendig sein werden.
Einbezug in Quartiere
Familiengärten sind wichtige Erholungs- und Grünräume in einer immer dichter bebauten Stadt. Die heutigen Familiengartenareale sind in der Regel durch Zäune und Hecken abgeschlossen. Aus Sicht der umliegenden Bewohnerinnen und Bewohner wäre jedoch häufig ein stärkerer Einbezug des Gartenareals in das Quartier wünschenswert. Im Familiengartenkonzept wird darauf hingewiesen, dass bezüglich der Funktion der Gärten als allgemein nutzbarer Freiraum noch Potential vorhanden ist. So könnten neue Wege, die durch das Areal geführt werden, oder auch kleine Sitzplätze die Integration der Gärten im Quartier stärken und zusätzliche Freiraumangebote schaffen.
Die Stadt St.Gallen ist sich der Bedeutung ihrer Familiengärten bewusst. Mit dem Familiengartenkonzept 2017 wurde eine Grundlage erarbeitet, die aufzeigt, wie der Erhalt der Familiengärten auch unter erhöhten baulichen Aktivitäten möglich ist und welche zukünftigen Herausforderungen inhaltlicher Art auf die Familiengärtnerinnen und Familiengärtner zukommen.